Ich bin ein bisschen ein Künstler von meinem Persönlichkeitsprofil her. Wenigstens hat dies ein kleiner, nicht ausgereifter Test letztes Semester im Fach “Pädagogische Psychologie” ergeben. Ob es wirklich stimmt, weiss ich nicht. Ein Körnchen Wahrheit wird sich hier nicht verneinen lassen. Kurzum: Als künstlerisch veranlagte Person wäre ich wohl empfänglich für die Kräfte des Universums gebündelt in der Urmaterie Stein – wenn ich an solchen Unsinn glauben würde (Pardon an alle Esoteriker, aber hey!) . Doch mit den Steinen hat es schon was auf sich. Wenn man sie an einer wunderschönen Seepromenade (z.B. in Radolfzell am Bodensee) findet, kann man verweilen und die Steine herrlich stapeln. Ja, ich weiss, ich bin nicht der erste, der auf die Idee kommt. Aber nachmachen ist mitmachen – also erlaubt. Auf jeden Fall habe ich kürzlich entdeckt, was dieses Steine-Stapeln doch für eine angenehme Angelegenheit ist. Es ist das Gegenteil von Hektik, es ist Ruhe, Besinnlichkeit, Arbeit mit einem Material, Entspannung für den sonst so mit Theorien überlasteten Kopf. Es ist fühlen, in der Hand wiegen, probieren, verwerfen, geduldig sein. Es ist – und dafür finde ich leider kein weniger vorbelastetes Wort – eine meditative Übung… Für alle, die jetzt die Augenbrauen zusammenziehen, kritisch auf den Bildschirm starren und sich fragen, was für ein Stein mir auf den Kopf gefallen ist, dass ich solch eigenartige Dinge schreibe - hier noch eine andere Argumentation für das zeitvertreibende Steine-Stapeln: Es macht Spass! Ziel: Diesen Sommer mal an der Thur eine Wurst grillieren und Steine stapeln. Wäre doch was. Muss dran bleiben.
Die Uhr – oder wie das Handgelenk erwachsen wurde
•Mai 14, 2009 • Hinterlasse einen KommentarIch gebe es zu: Ich bleibe manchmal vor Schmuckgeschäften stehen und blicke neugierig durch die Fenster auf all diese kleinen, schönen, teuren Kunstwerke. Aber keine Angst, ich bin nicht einer jener Männer, die sich für Frauen halten und mit Schmuck behängen. Was in Schaufenstern von Juwelieren meine Bewunderung findet sind die Uhren. Schon lange dachte ich, dass ich gerne eine richtige Uhr hätte. Ja, klar, ich hatte schon immer eine richtige Uhr, die getan hat, was sie soll: Die Zeit anzeigen. Aber als marketinginteressierter BWL’er weiss ich natürlich, dass ein Produkt sehr selten nur aus seinem Grundnutzen (hier: Zeit anzeigen) besteht, sondern hautpsächlich aus dem Zusatznutzen, der auch ein Preispremium rechtfertigt. Eine Uhr war für mich schon immer so ein klassisches Zusatznutzen-Produkt. Ich verband damit eine Art Männlichkeit, erwachsene Eleganz, eine Art sicheren Stil. Deshalb blickte ich manchmal vom Juwelierschaufenster zurück auf meine Plastikuhr aus der Migros, die ich ursprünglich nur gekauft hatte, weil sie die RS überleben musste – und die irgendwie an einen 14jährigen Pfadfinder erinnert. Aber kürzlich, kürzlich geschah das lang Ersehnte: Ich wechselte meine Uhr. Nein, ich selber hätte mir wohl den Luxus einer richtigen Marken-Männeruhr nicht gestatet. Aber jemand, der meinen heimlichen Wunsch erkannt hatte, schenkte mir eine echte, richtige Tommy Hilfiger Uhr, die man zehn Jahre tragen kann und die an das Handgelenk eines Mannes passt. Eine Uhr, die ein 14jähriger Pfadfinder nie tragen würde. Endlich: Ich habe eine Uhr, die das verkörpert, was ich einer Uhr schon immer zugedacht habe. Ein gutes Gefühl.
Zurück zur Tastatur
•April 30, 2009 • Hinterlasse einen KommentarIn letzter Zeit habe ich diesen Blog hier sträflich vernachlässigt. Tut mir leid. Aber diesmal ist es wirklich keine Ausrede, wenn ich sage, dass ich viel zu tun hatte – Studium und Jugendgruppe Salzstreuer und so weiter und so fort. Dabei gäbe es schon genug zum schreiben. Zum Beispiel gesellschaftliches über Schweinegrippe, Globalisierung und der Fluch der Mobilität. Oder politisches über das Seilziehen der OECD mit einem kleinen, frechen Staat im Herzen Europas und seinem sympathischen, aber bisweilen etwas widerspenstigen Bergvolk. Oder sportliches über Mark Streit, die Eishockey-WM und die Frage, ob Champions-League gerechteweise Eishockey bei SF2 auf den zweiten Platz verweist. Oder musikalisches und das Phänomen eines eingängigen Songs namens “Poker Face” mit melodiösem Refrain, einer “du kannst mich mal”-Stimme in der Strophe und dem ich-bin-schwarz-und-musuklös-Gebrumme im Hintergrund. Über das alles könnte man schreiben – wenn man bloggen würde. Das tue ich ja eigentlich. Nur in letzter Zeit nicht so seriös. Soll sich ändern. Versprochen. Aber wenn ich dann wieder häufiger in die Tasten haue, dann kommen dabei ja nicht tiefgründige Abhanldungen im Sinne der obigen Vorschläge heraus – dann kommt eine altagsphilosophische Betrachtung über irgendwas, das mich beschäftigt. Immerhin.
Die Farbe Grün
•April 22, 2009 • Hinterlasse einen KommentarIch fahre oft mit dem Zug die Strecke von St.Gallen nach Wattwil. Die Bahngleise führen durch die hügelige Landschaft der Ostschweiz, vorbei an verstreuten Bauernhöfe, kleinen Dörfern, Klüften, Bächen. Und: Wälder. Im Winter ist die Fahrt meist ein Irrweg durchs Graue, durch eine Nebelsuppe – der Gedanke an nicht ganz geheure Gestalten in abgelegenen Gehöften, an den Mythos der ostschweizer Hundefresser ist nicht weit. Doch jetzt, jetzt im Frühling, ist der Winter vergessen. Die Gegend erwacht in allen Tönen der Farbe Grün. Die Laubbäume treiben ihre saftigen, hellgrünen Blätter. Neben ihnen stehen Tannenbäume starr und bergfest mit ihrem Dunkelgrün. Dazwischen der hellbraune, von Blättern übersähte und Bächen durchzogene Waldboden. Eine Fahrt durch eine Gegend, wie sie vor 1000 Jahren nicht anders gewesen ist und vielleicht in 1000 Jahren noch sein wird. In 1000 Jahren, wenn womöglich nur noch letzte, verwachsene Mauerreste der Eisenbahnbrücken, die über die unzähligen Talschneisen führen, knapp über den blätterigen Waldboden ragen. In 1000 Jahren, wenn die tausenden von Grüntönen immer noch die gleichen sein werden.
R8
•März 9, 2009 • Hinterlasse einen KommentarWeisser Tiger. Schnurrend. Gleitend. Eine Raukatze auf samtnen Pfoten, geduckt durchs hohe Gras streichend. Nur einen Hauch über dem Boden dahinschwebend. Ohne Anstrengung. Geschmeidig. Sicher. Gezielt. Fliessende Bewegungen. Verschmelzung mit dem Untergrund. Angelegt, angeschmiegt, in jede Faster gespannt. Widerspruchslos. Gebannt, gespannt, tödlich.
Zufall-Blog-Rundgang
•Februar 26, 2009 • Hinterlasse einen KommentarHat man einen WordPress-Blog und ist man angemeldet, so erscheint oben im Explorer eine Leiste, die einem den Schnellzugriff auf diverse Optionen und auf die persönlichen Blogs erlaubt. Ganz rechts in der Leiste hat es ein kleines Pfeilchen – und darum geht es hier. Das Pfeilchen leitet einen weiter zu einem anderen Blog – zu irgend einem anderen Blog. Zufällig. Völlig unberechenbar. Rausgespickt ins WordPress-Blog Universum, irgendwo zu einem der Millionen Blogs. Was man bei so einem kleinen Zufall-Blog-Rundgang findet, ist noch ganz amüsant und spannend. Man findet Blogs von Start-ups, die irgendwelche Marketing-Internetplattformen testen und verkaufen wollen – und wohl denken, bloggen sei ultramodern, da WEB 2.0 und so. Aha. Man findet den Blog eines Reisenden, der grad in Südafrika ist und darüber schreibt, dass hier die WM 2010 stattfinden sollte. Man findet Blogs von Skifanclubs, Fasnachtsvernarrten und der Zauberervereinigung von München. Ich erfinde hier nichts, es gibt sie alle! Und man findet z.B. den Bog von Helga Sperling. Habe zwar noch nie von ihr gehört, aber sie hat einen Blog. Und was tut sie? Ganz einfach, sie bloggt über folgendes: “Helga Sperling spatziert. Durch Berlin, Bukarest, Dresden, Belgrad, Budapest, Kiew und Westfälische Dörfer. Bushaltestelle, Regenguss und schnell Papierschiffe falten, Gesichter, Fremde Leute, Monster, Theater, Staub und Unsichtbares. Was passiert? Und was wird sonst nicht erzählt? Was ist verboten? Und wo kommt der ganze Dreck her?” Das tut sie – gemäss ihrem Blog. Finde ich kreativ. Deshalb poste ich den Blog hier. Einfach weil das mal ein Blog ist, der cool daherkommt und der Idee des Bloggens entspricht: Mitteilungen zu machen, die nur genau dieser Blogger machen kann.
Hier der Link: http://helgasperling.wordpress.com/
Big Buck Bunny: Open Source Film
•Februar 22, 2009 • Hinterlasse einen KommentarOpen Source hat viel mit Idealismus und Tüftlern zu tun. Dass es Open Source Fotoshops und Office’s gibt, weiss man schon lange. Dass da draussen im Open Source Universum aber auch professionelle Filmanimationsprogramme existieren, dürfte noch nicht so bekannt sein.
Der Film “Big Buck Bunny“, der der Feder des niederländischen “Blender Institute” entstammt, wurde unter der Creative Commons-Lizenz veröffentlicht. Erstellt wurde der Film, wie auch die bisherigen Werke, mit der Blender-Software. Zur Entwicklung des Animations-Films griffen die Entwickler ausschließlich zu eigenen Open-Source Werkzeugen.
Erstaunlich, was dabei entstanden ist. Der Film erinnert in Qualität und Gags wirklich an professionelle Animationsfilme. Man darf gespannt sein, was in Zukunft von den Anwendern und Entwicklern dieser Open Source Technik der Öffentlichkeit entgeltlos geboten werden wird!
Ressourcen:
- Artikel über den Film: http://www.gulli.com/news/blender-foundation-open-source-2008-06-15/
- Artikel zur Software im Tagesanzeiger vom 09.02. http://www.tagesanzeiger.ch/digital/computer/Eine-Software-die-mit-jedem-Film-dazulernt/story/22482509
Und hier der Film:
Halfpipe-Boarder und Schanzen-Boarder
•Februar 7, 2009 • Hinterlasse einen KommentarDas Leben ist wie eine Halfpipe: In der Mitte ist es am sichersten. Nur die unbelehrbaren Lebenskünstler wagen sich an die Ränder hinaus, dahin, wo es steil ist. Da, wo es so manchen schon aus der Bahn geworfen hat. Da, wo so manche schon über das Ziel hinausgeschossen sind und nie wieder gesehen wurden – über den Rand gespickt, raus aus dem Leben. Ich für meinen Teil bin lieber auf der sicheren Seite. Ich bin ein richtiger Mitte-Fahrer. Das ständige auf und ab einer Halfpipe ist nicht mein Ding. Ich bin kein Halfpipe-Mensch. Genauso wenig wie ich ein Halfpipe-Boarder bin. Ich bevorzuge einmalige Schanzen: Eine Schwierigkeiten auf einmal. Herausforderend, aber kalkulierbar. Man kann sich darauf einstellen. Man kann sich überlegen, wie man das bewältigen will. Tönt langweilig? Ist es nicht. Halfpipe-Menschen sind unstetig, wetterwendisch, hetzen von einem Steilstück zum anderen. Schanzen-Menschen hingegen schätzen das Risiko ab – und nehmen es trotzdem an. Sie teilen sich die Herausforderungen in Teilprobleme, die sie nacheinander angehen – sie sind nicht gehetzt in stetig hin- und her pendelnden Steilwänden. Ich bin ein Schanzen-Mensch. Ich bin ein Schanzen-Boarder.
Die Kreuzung
•Januar 24, 2009 • 1 KommentarIrgendwo in diesem Land gibt es eine Kreuzung, wo sich vier grau asphaltierte Strassen treffen, die alle aus vier mittelgrossen Dörfer kommen, in denen je ein Migros neben einem Coop steht und die Raiffeisen eine Filiale hat. Von dieser Kreuzung aus sieht man an klaren Tagen weit in die Berge und tief ins Mittelland. Seit den 70er ist diese Kreuzung ausgrüstet mit Ampeln, doch ab und zu werden sie von der Verkehrsleitzentrale in Zürich abgeschaltet, damit Kadetten Verkehrsregelung üben können. Sie stehen jeweils wie orange Playmobil-Männchen auf ihren kleinen, weissen Sokel und winken mechanisch präzise die Autos von geradeaus nach links und von links nach rechts und von geradeaus nach geradeaus. Früher stand die Kreuzung fast frei im Grünen, doch seit den 80er versammeln sich darum kleine, hellgelbe Wohnblöcke. Das aufregendste, was diese Kreuzung erlebt hat, ist der beflagte Durchmarsch des Panzerbataillons 14 der Panzerbrigade 11 nach geleistetem WK in Oberhinterhopfikon. Einen schweren Unfall hat es hier nie gegeben, nur einige Blechschäden im vorletzten Winter wegen glatter Fahrbahn. Damals kam sogar ein Foto der Kreuzung im Oberländer Boten. Die Kreuzung hätte einmal fast einem Kreisel weichen müssen, aber einige Lokalpolitiker wussten dies mit dem Hinweis auf neumodische Verkehrsverdummung zu verhindern. Der Bürger sei mündig, eine Kreuzung zu benützen, und müsse sich nicht im Kreise drehen. Wie dem auch sei: Irgendwo in diesem Land gibt es eine Kreuzung, wo sich vier asphaltierte Strassen treffen, die alle aus vier mittelgrossen Dörfer kommen, in denen je ein Migros neben einem Coop steht und die Raiffeisen eine Filiale hat. Und diese Kreuzung ist das Schweizerischste, was es gibt.
Informiert mich!
•Dezember 23, 2008 • Hinterlasse einen KommentarKann mir mal jemand helfen? Ich habe nämlich eine Kuriosität zu klären. Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel verfasst über Stiefel. Dabei habe ich nicht nur behauptet, dass Stiefel bei einer Frau wahnsinnig sexy wirken, sondern auch eine kleine subjektive Kriterienliste aufgestellt, was besonders sexy aussieht. Dieser Stiefelartikel ist der absolute Blog-Renner und mit über 100 Aufrufen der zweitmeiste besuchte Artikel des Blogs (nach “über mich”). Da ich hier bei WordPress über eine guten Datenbasis verfüge, weiss ich auch, dass der Artikel häufig mit Schlagwörter wie “Stiefel sexy”, “hohe Stiefel”, “schöne Stiefel” etc… gefunden wird. Stiefel beschäftigen die Googler, scheint es. Doch jetzt wurde der Stiefel-Eintrag mit folgendem Suchbegriff gefunden: “Blog Stiefel zu hoch”. Sucht da jemand meinen Stiefel-Artikel, weil er ihn mal gelesen hat und ihn jetzt wieder braucht zur Bewertung eines eigenen Stiefels? Kann mir mal jemand sagen, warum eine subjektive Meinungsäusserung meinerseits über einen weiblichen Kleidungsgegestand dermassen viel Aufmerksamkeit kriegt? (Wenigstens im Vergleich zu den anderen Artikel). Ich habe ja nichts dagegen – im Gegenteil: Mich freut es!! Der Stiefel-Eintrag ist ein konstanter Traffic-Garant. Trotzdem würds mich mal interessieren, was für Leute den lesen, warum sie den lesen, was sie davon halten und ob sie einverstanden sind.
Falls jemand Antworten darauf weiss, soll er sie mir mittels Kommentar zu diesem Artikel hier mitteilen. Thanks.







