Mir ist kürzlich etwas seltsames wiederfahren, allerdings im postiven Sinn, denn es hatte mit einem kulinarischen Höhenflug zu tun und jeder, der mich kennt, weiss: „Essen macht glücklich“. Deshalb trug auch folgende Begebenheit zur Steigerung des Glücks bei.
Wir waren eingeladen bei der Familie meiner Patin (auf gut Schweizerdeutsch: Gotti) in Hombrechtikon. Es war ein sehr gemütlicher Grillabend an einem lauschigen Sommerabend. Gutes Fleisch, feiner Salat, ein deutsches Weissbier – was will man mehr? Nichts. Doch es gab mehr! Nachdem Speise und Trank schon reichlich verzehrt worden waren, tischte der Mann meiner Patin einen Karton auf mit einem – sagen wir mal – Packungsdesign aus den sozialistischen 80er Jahren. Mir als marketinginteressiertem Kopf fiel sofort auf, dass ein solcher Karton unmöglich aus europäischen Gefilden stammen konnte. So verkündete der Gastgeber denn auch: „Mir händ da in Hombi so ä pakistanischi Familie, und die verchaufed pakistanischi Mangos.“ Pakistanische Mangos? Aha. Noch nie gehört, dass sowas in Pakistan wächst. Gegenüber tropischen Früchten, die ich in Europa esse, bin ich immer skeptisch, weil ich das Glück hatte mehrere Jahre in Afrika aufzuwachsen (unter anderem mit einem Mangobaum im Vorhof) und daher weiss, wie tropische Früchte schmecken – und Nein, so wie jene aus dem Migros schmecken sie nicht!. Die Probe aufs Exempel musste daher gemacht werden, und so wurden die drei pakistanischen Mangos aus Hombrechtikon gekonnt zerteilt. Ich schob mir gespannt (und etwas skeptisch) den ersten Bissen in den Mund und – vor meinem inneren Auge zog das afrikanische Zuhause meiner Kindheit vorbei, die staubigen Strassen, die vielen lachenden Kinder, unser Toyota Hilux Offroader. Mit einem Mahl war alles da – dank diesem unwiederstehlich süssen Geschmack auf der Zunge. Kurzum: Diese pakistanische Mangos aus Hombrechtikon sind das absolut beste, was ich seit meiner Kindheit in Afrika an exotischen Früchten in der Schweiz gegessen habe – weil sie so schmecken, als würde man sie eben nicht in der Schweiz essen. Schon interessant: Da kauft man immer mal wieder Avocados, Mangos, Bananen und so weiter im Migros oder Coop und ist immer wiedermal leicht enttäuscht von diesen Kopien, wenn man mal das Orginal frisch ab Baum gegessen hat. Und plötzlich, unverhofft, erhält man an einem Grillabend in Hombrechtikon die beste Mango seit mehr als einem Jarhezehnt (seit ich nicht mehr in Afrika bin). Liebe Gourment-Köche der Schweiz: Wenn sie ihren Gästen wirklich Früchte vorzusetzen wagen, so suchen sie die Pakistaner in Hombrechtikon. Dort – und meiner bescheidenen Erfahrung nach nur dort – werden sie echte Mangos finden. Echter Geschmack, Zero Migros.









