Studentenkrisen
Heute bin ich ziemlich nahe am Austicken. Grund: Controlling und Rechnungslegung. Was macht man, wenn man an einem Fach einfach unendlich viel Zeit verblödet und trotzdem bei jedem Erkenntnisschritt weiss, dass man ihn in zwei Minuten wieder vergessen haben wird und die folgenden Aufgaben so oder so nicht lösen können wird? Was macht man, wenn man weiss, dass man leider trotz zeitintensivem und gar nicht mal so unkonzentriertem Büffeln gar nichts weiss – und dabei das Gefühl hat, der einzige Student zu sein, der solch ungewöhnliche Mühe mit diesem Fach bekundet? Was macht man, wenn die Prüfung trotzdem näher kommt und man sich eingestehen muss, dass man weder jetzt eine grosse Ahnung hat, noch voraussichtlich je eine haben wird? Was hält einen da über Wasser? Ziemlich wenig. Vor allem, wenn man dann noch zwischenzeitlich in Mails und anderweitig von Informationen erreicht wird, die dazu geeignet sind, den labilen Gefühlszustand noch näher an die Grenze des amoklaufähnlichen Ausrastens zu bringen. Oder wenn man am Blogeinträge schreiben ist und in 5 Minuten wieder vor den Büchern sitzen sollte. Oder wenn man tausende anderer Dinge zu tun hätte, die man aber nicht anpacken will, weil man a) keine Zeit hat und b) keine Ahnung, wie man diese Probleme löst, und c) keine Lust. Was macht man also in solchen besch**** Situationen des Studenenlebens? Keine Ahnung. Man beisst sich halt irgendwie durch. Und versucht sich zu motivieren mit Schweden gegen Griechenland. Tja. Es pisst einfach an. Und man knirscht dann zwischen zusammengebissenen Zähnen ein „BULLSHIT“, bevor man den Feueranzünder, mit dem man das Controllingbuch abfackeln wollte, wieder einsteckt und sich ans Kapital „Cash Flow Statement“ macht. Wieso um alles in der Welt studiere ich nicht Germanistik? Dann käme mir vielleicht ein hochdeutscheres Wort als Bullshit in den Sinn: Bullshit!


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